Fachtage

Fachtag 2014 - Brauchen wir ein Hessisches Resozialisierungsgesetz?

Die Hessische Kriminalpolitik ist in Bewegung geraten. Im Zuge der Föderalismusreform mussten nicht nur sämtliche Vollzugsgesetze neu gedacht und erlassen werden, die konkrete Auseinandersetzung mit dieser Aufgabe auf Landesebene ließ auch die Problematik der Schnittstellen deutlicher hervortreten. Schon 2008 wurde das Übergangsmanagement im Hessischen Strafvollzug implementiert und mit den Integrationsvereinbarungen I und II wurden die bereits vorhandenen behördlichen Instrumente zur Wiedereingliederung aufeinander abgestimmt.

Der gesamtgesellschaftliche Auftrag „Resozialisierung“ endet aber nicht am Gefängnistor; der Ernstfall, ob zukünftig ein straffreies Leben gelingt, beginnt erst. Im sozialen Rechtsstaat tragen dafür beide Ressorts, Justiz und Soziales gemeinsam die Verantwortung. Das Übergangsmanagement kann nur so wirksam sein, wie die Ressourcen, die im sozialen Empfangsraum zur Existenzsicherung, für angemessenen Wohnraum, für Arbeit und Ausbildung erreichbar sind.

Darüber hinaus sind im Interesse von Kriminalprävention und Opferschutz in Hessen ambulante Sanktionsformen und soziale Projekte der Straffälligenhilfe entstanden, um die schädlichen Folgen des Freiheitsentzugs zu vermeiden und soziale Defizite zu lindern oder zu beseitigen. Ihre Anwendung ist aber weitgehend von Unwägbarkeiten bestimmt. Ob wirksame Hilfe zur Wiedereingliederung greift, hängt auch ab von den unterschiedlichen personellen, finanziellen und örtlichen Gegebenheiten in Hessen. Brauchen wir zur Verankerung des gesamtgesellschaftlichen Resozialisierungsauftrags unserer Verfassung gerade nach und außerhalb des Strafvollzugs ein Resozialisierungsgesetz in Hessen?

Fachtag 2013 - Psychisch auffällige Menschen als Klienten der Straffälligenhilfe

Nach einer Studie im Auftrag des Robert-Koch Instituts von 2012 über die Gesundheit Erwachsener in Deutschland leiden 31 % der Bevölkerung zwischen 18 und  65 Jahren an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Untersuchungen von Strafgefangenen zeigen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine weit darüber hinaus gehende Häufigkeit psychischer Störungen. Diese stehen meist mit Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit in Zusammenhang und verschlechtern unbehandelt die Legalprognose der Betroffenen. Somit ist ein deutlicher Überschneidungsbereich zwischen Maßregelvollzug und Strafvollzug fest zu stellen, nicht zuletzt haben forensische Patienten oft lange Haftkarrieren hinter sich.

Im Zentrum der sozialen Arbeit steht die Einzelfallhilfe. Voraussetzung für eine nachhaltige Beratung und Unterstützung von Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten ist eine zuverlässige und vertrauensvolle Beziehungsarbeit mit dem Klienten. Die zunehmende Herausforderung für die Straffälligenhilfe besteht darin, tragfähige Beziehungen mit Menschen zu gestalten, deren Beziehungsfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen massiv gestört ist.

·    Wer definiert den Unterschied zwischen psychisch auffällig und psychisch krank ?
·    Welche diagnostischen und therapeutischen Instrumente stehen Strafvollzug und Maßregelvollzug zur Verfügung ?
·    Welche Zugänge gibt es zu psychotherapeutischer /sozialpsychiatrischer Versorgung und Nachsorge für Klienten der Straffälligenhilfe
·    Was ist zu tun? Forderungen an Kriminal- und Sozialpolitik

Der Landeszusammenschluß für Straffälligenhilfe in Hessen hat dazu am 31. Oktober 2013 einen Fachtag veranstaltet.

Fachtag 2012: Sackgasse "Ersatzfreiheitsstrafen"
Wie gerecht ist unser Sanktionssystem ? Unser Strafrecht verfügt über die Sanktionen Freiheitsstrafe und Geldstrafe. An die Stelle uneinbringlicher Geldstrafen tritt ebenfalls eine Freiheitsstrafe (§ 43 StGB). Diese "Ersatzfreiheitsstrafen" steigen in Hessen seit Jahren an, von 80.000 Hafttagen 2005 auf über 120.000 Hafttage 2011. Die Delikte bewegen sich im Bereich der Bagatellkriminalität (30 bis 40% "Schwarzfahrer"). Unsere Veranstaltung will im ersten Teil nach den Ursachen dieser Fehlentwicklung fragen und neue Vorschläge zur Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen in Hessen diskutieren.

Nach der hessischen Tilgungsverordnung kann die uneinbringliche Geldstrafe auch durch gemeinnützige Arbeit getilgt werden. Durch "Schwitzen statt Sitzen" sind im vergangenen Jahr mehr als 120.000 Tagessätze abgeleistet worden. Häufig finden langzeitarbeitslose Personen mit kumulierten Problemlagen so über das Strafrecht wieder oder sogar erstmals Zugang zur Arbeit und damit zu Tagesstrukturierung, persönlicher Annerkennung und Motivation. Es geht daher nicht nur um eine Verbesserung des Zugangs zu gemeinnütziger Arbeit. Der sozialpolitische Teil der Veranstaltung soll Hinweise geben, wie "Arbeit statt Strafe" zu einem wirkungsvollen, nachhaltigen Resozialisierungsinstrument in Hessen weiterentwickelt werden kann.

 

Fachtag 2011 - Was kommt nach der Sicherungsverwahrung?

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat in seinem  Urteil vom 4. Mai 2011 alle Vorschriften des Strafgesetzbuches und des Jugendgerichtsgesetzes über die Anordnung und Dauer der Sicherungsverwahrung für verfassungswidrig erklärt. Damit wurde eine "gesetzgeberische Flickschusterei und stetige Ausweitung der Sicherungsverwahrung" (Kreuzer) gestoppt. Mit dem Ende des "Wegsperren und zwar für immer" ist ein scheinbar rein strafrechtliches Problem wieder mitten in der Gesellschaft gelandet. Justiz- und Sozialressort, die Kommunen und nicht zuletzt die Medien tragen für das Gelingen einer künftig freiheitsorientierten und therapiegerichteten Ausgestaltung der Sicherungsverwahrung eine gemeinsame Verantwortung.

50 Jahre Landeszusammenschluß für Straffälligenhilfe in Hessen (LZ)

Am 5. September 2008 feierte der LZ im Frankfurter Römer mit über 100 Gästen sein 50-jähriges Bestehen.

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